Heimatverein

Kierspe e.v.

Heimatverein

Kierspe e.v.

Schleiper Hammer Industriemuseum

Der Schleiper Hammer liegt auf dem Gebiet der Stadt Kierspe im Schleipetal, einem rechten Nebenbachtal der Volme:
Schleipe 3, 58566 Kierspe.

Von der B54 zwischen Kierspe und Brügge im Ortsteil Grünenbaum rechts ins Schleipetal.

Der "Schleiper Hammer":

Ein Industriemuseum im märkischen Sauerland mit langer Geschichte. Hier sehen und erfahren Sie, wie unsere Vorfahren die Industrialisierung des 19. und 20ten Jahrhunderts erlebt und gestaltet haben. Funktionstüchtige Maschinen und Gerätschaften aus dieser Zeit vermitteln einen anschaulichen, lebendigen Eindruck dieser Epoche. Eine Zeitreise in eine Welt, die man sonst nur auch Büchern, Dokumentationen und Erzählungen kennt.

Präsentation:

In der Schmiedeabteilung befinden sich:
2 Riemenfallhämmer

4 Federhämmer

1 Schmiedeesse mit Blasebalg/Motorgebläse

1 Besäumschere

1 Handhebelschere

3 Schmiedeambosse

1 Transmission (unter der Decke montiert)

1 Francis-Schachtturbine mit Generator

Eine Schautafel zeigt Produkte und die Schritte, wie sie schmiedetechnisch gefertigt wurden. (siehe Bild)

 

In der Schlosserei befinden sich:

2 Drehmaschinen

1 Fräsmaschine

1 Portalhobelmaschine (Langhobler)

1 Shapping (Kurzhobler)

2 Ständerbohrmaschinen

1 Bügelsäge (elektrisch)

1 Bandsäge

1 Exzenterpresse/Stanze

2 Schleifböcke

 

In der Bakeliteabteilung befinden sich:

6 Bakelitpressen 10-25 to. Muskelkraftbetrieben (manuell)

3 Bakelitpressen 20-30 to. Muskelkraftbetrieben (manuell)

1 Bakelitpresse    50 to.       Elektromechanisch

1 Bakelitpresse    80 to.       Elektrohydraulisch

3 Entgrateinrichtungen    (mit unterschiedlichen Antrieben)

1 Polierbock

1 Granulatmischer

Video zum Schleiper Hammer

Der Hammer im Wandel der Zeit:

1815 Erste schriftliche Erwähnung des jetzigen „Schleiper Hammer´s“ Das genaue Alter des Gebäudes ist nicht bekannt (Zur Vorgeschichte siehe: Link)
 
1820 Die Gebrüder Schriever kaufen den Schleiper Hammer und bauen gegenüber dem Hammer ein großes Wohnhaus, das  „Reidemeisterhaus“, welches heute noch existiert und bewohnt ist.
 
Zwei Teiche versorgten den Hammer mit Wasser für ein Wasserrad. Dazu kam später eine Dampfmaschine, „Lokomobile“ für die Zeiten ohne Wasser.
 
1891/92 Bau der Eisenbahn im oberen Volmetal. Mit der besseren Verkehrsanbindung bekam auch das Hammerwerk Aufwind. Eine Turbine von 10 PS ersetzte das Wasserrad. Eine Transmission übertrug die Kraft zu den Maschinen. Das Gebäude wurde seitdem in einer Reihe von kleinen Bauabschnitten zu einer Fabrik erweitert. Nun konnten Breitewaren wie z.B. Spaten, Schüppen, Hacken, Pfannen aber auch Gabeln und Rübenheber unter einem Dach hergestellt werden.
 

1919/20 Nach dem 1. Weltkrieg kam elektrischer Strom ins Volmetal. Dieser bot neue Antriebsmöglichkeiten für die Maschinen.
Seit den 30er Jahren wurden auch andere Fabrikationen betrieben. Die spätere Kunststofffabrik Potthoff wurde hier als Schraubenfabrik gegründet. Die Firma Grote & Brocksieper  produzierte Form- und Stanzwerkzeuge. Die Firmen Schröder und de Graat machten eine Bakelite-Presserei auf, damit wurde erstmals Stahl und Kunststoff im Schleiper Hammer verarbeitet.

 

1979 endete die Produktion im Schleiper Hammer

1989 Der Heimatverein Kierspe e.V. erwirbt das unter Denkmalschutz stehende Fabrikgebäude des „Schleiper Hammer´s“ und baut es mit beispiellosem Einsatz engagierter Mitglieder und finanzieller Unterstützung der NRW Stiftung  zu einem betriebsfertigen Industriemuseum aus. Die Männer der ersten Stunde waren Walter Potthoff, Wilhelm Kattwinkel und Karl-Heinz Vollmann, allesamt Unternehmer aus Kierspe.
 
Nach und nach werden aus der umliegenden Region Maschinen, Fall- und Federhämmer beschafft, die den Schmiedebereich bilden. Die Schlosserei entsteht mit Werkzeugmaschinen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  Im oberen Gebäudeteil wird eine ansehnliche Bakelite-Presserei  mit allen notwendigen Maschinen und Geräten errichtet. Eine Wasserturbine, aus den 30ger Jahren, wird von der Firma Markus/Schulte aus dem Listertal beschafft und in Betrieb genommen. Sie entspricht dem Vorgängermodell. Mit ihr wird heute Strom erzeugt.
 
1995 Der „Schleiper Hammer“ wird als Industriemuseum eröffnet
 

2016 Seit Januar trägt der Schleiper Hammer im Rahmen der Regionale 2013 den offiziellen Titel Außerschulischer Lernort

Das Team der "Hammerväter":

Der „Schleiper Hammer“ ist im Heimatverein Kierspe e.V. ein Museum, das ausschließlich durch die Arbeit ehrenamtlicher Mitglieder betrieben und Instand gehalten wird. Neben der Präsentation der  Funktion und Arbeitsweise der Maschinen und Anlagen, werden sämtliche anfallenden Arbeiten, sei es am Gebäude, in der Außenanlage sowie an den zahlreichen Maschinen von derzeit 10 Kollegen  erledigt, die aus den unterschiedlichsten Berufen kommen.

 

Die „Hammerväter“ vor dem Afrikaspaten Brunnen am Kiersper Rathaus von links nach rechts:                       

Marian Angelsdorf (Industriemechaniker), Manfred Wüstermann (Buchdrucker), Heribert Berauscheck (Industriemechaniker), Manfred Völker (Schmied), Holger Adolf (Maschinenbaumeister), Marcel Glaser (Industriemechaniker), Karl Heinz Kraus (Stahlformenhauer), Roland Hedderich (Maler u. Lackierer).                 

Es fehlen: Prof. Dr. Gerfried Giebel (Chirurg) und Adrian Nowak (Mathematik Student).

Terminvereinbarung:
Frau Katalin Kleinhofer,

Tel. 02359/661140 – Stadt Kierspe

 

Eintritt kostenlos – wir freuen uns jedoch über Ihre Spende!

Besichtigung:

Geöffnet von April bis Oktober jeden

1. Mittwoch im Monat, 10 bis 15 Uhr.

Vom 1. November bis 31. März ist die Anlage geschlossen.

Besucherhinweis: Im Frühjahr und Herbst wird warme Kleidung empfohlen.

 
 

Sonderveranstaltungen:
Gruppen, bis max. 30-40 Personen, die das Hammerwerk außerhalb der oben genannten Zeiten in Betrieb erleben möchten, sind herzlich willkommen.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin.

Adventsbasar:
2-tägige Sonderveranstaltung

am 1. Adventwochenende.

Heimische Vereine, Gruppen und Künstler bieten viel Interessantes. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

Schautage mit Vorführungen:

Pfingstmontag (Mühlentag) und am

2. Sonntag im September (Tag des offenen Denkmals).

Förderung:

NRW Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.

 

Gefördert durch die

wassereisenland
OIP

Der Schleiper Hammer liegt an der Südwestfälischen Eisenstraße.